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DDR-Rennwagenmodelle

 

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Wolfgang Wöhner verstorben

Der 73-jährige Ilmenauer Rennsportler Wolfgang Wöhner starb am Sonntag, dem 12.06.2016 in Erfurt.

Wolfgang Wöhner ging den typischen Weg eines Ost-Rennfahrers: Er begann 1963 auf dem „K-Wagen“ (Kart), dann folgte die  harte Schule des Rallyesports auf Trabant und Wartburg. Ab 1970 folgten Bergrennen auf Skoda, und danach die Rundstrecke im Trabant. 1977 geriet er auf dem Sachsenring in die schlimmste Massenkarambolage dieser ehrwürdigen Naturrennstrecke. Mit schwersten Verletzungen gab man dem Ilmenauer kaum Überlebenschancen, geschweige denn glaubte man an seine vollständige Genesung. Doch er kämpfte gegen sein vermeintliches Schicksal an. „Genau ein Jahr später, gleiche Uhrzeit, gleiches Regenwetter, bin ich wieder mein erstes Rennen gefahren, im noch schnelleren Formelwagen. Es war die Bestätigung meiner selbst.“, war damals von dem Thüringer zu hören und er setzte zudem seine Laufbahn noch erfolgreicher fort.

 Anfang der 1980er Jahre berief der ADMV den erfolgreichen und kernsoliden Rennfahrer bis zum Ende seiner Laufbahn 1985 in die DDR-Nationalmannschaft. Er war für die ostdeutsche Rennmannschaft immer eine sichere Bank. Vor allem dank dem genialen Mechaniker Peter Spieß gehörte Wöhners Rennwagen zu den schnellsten und standfestesten. Zudem war der in den Farben seiner Heimatstadt lackierte, teilweise handbemalte, unverwechselbare MT77 einer der schönsten.

Leidenschaft für den Rennsport und Fairness waren für ihn Lebensinhalt. 1980 rettete der kameradschaftliche Sportsmann seinen Rennfahrerkollegen Eckehard Koop nach dessen Überschlag fachgerecht aus seinem Formelwagen.

Die Schololadendisziplin des Ingenieurs aus dem Ilmenauer Glaskombinat blieben aber immer die Bergrennen. In Thüringen hielt er zu seiner Zeit alle Streckenrekorde.

Seine Verwandten und Freunde werden ihm am 24.Juni 2016 auf seiner Lieblings-Rennstrecke am Ilmenauer Gabelbachstein mit einem Korso das letzte Geleit geben.


Hendrik Medrow, Juni 2016